![]() |
||
![]() |
||
| AKT III Crash - abends Das Crash war gut besucht, voller als sonst. Die Jam Pony Kuriere besetzten einen Tisch in der Nähe des Billardtisches. Sky und Original Cindy hatten sich um Sketchy geschart und hörten seinen neusten Heldentaten zu. „Ich sage euch Leute, es war unheimlich. Sie haben mir die Augen verbunden und mich in einen kleinen Raum gebracht, denke ich.“ Sketchy rülpste, dann fuhr er fort. „Dann haben sie meinen Arm abgewischt und eine Nadel hineingestochen, so wie sie es machen, wenn ich Plasma bei der Mission Street Blutbank verkaufe. Außer dass sie mir was gespritzt haben. Sie haben gesagt, es wäre nur eine Kostprobe.“ „Schätzchen, wenn ich nicht wüsste, dass du verrückt bist, würde ich sagen, dass du verrückt bist,“ leierte Original Cindy. „Du lässt dich von Leuten mit einem seltsamen Zeug abfüllen, von dem du nicht weißt, was es ist. Das ist total bescheuert.“ „Wird langsam mal Zeit für einen neuen Krug Bier.“ Sky starrte mit großen Augen auf den Boden des leeren Kruges. „Jedenfalls hat es nichts bewirkt,“ fuhr Sketchy fort. „Ich fühle mich kein bisschen anders. Ich wusste, es war zu gut um wahr zu sein. Und es hat mich auch noch 50 Mäuse gekostet.“ „War das jetzt nicht alles, Süßer? Du bist dran mit zahlen, schon vergessen?“ Original Cindy reichte Sketchy den leeren Krug. „Okay, okay, ich geh ja schon,“ murrte Sketchy. Er drehte sich in Richtung Bar und stieß versehentlich mit einer anderen Person zusammen, die gerade dabei war, einen Stoß am Billardtisch zu machen. „Hey Blödmann, pass auf, wo du hinläufst,“ knurrte der Mann. „Tut mir Leid, Mann, ich wollte gerade nur Bier holen. Ich hab dich nicht gesehen,“ sagte Sketchy und versucht ihn zu besänftigen. „Komm schon, Clay, du verschwendest deine Zeit. Mach deinen Stoß...und vergiss es,“ sagte einer der anderen Spieler, als er ihn wegzog. Sketchy rauschte schnell an Clay vorbei und ging auf die Bar zu. Als er dort ankam, war er überrascht, Alec hereinkommen zu sehen. Alec bemerkte Sketchy und kam zu ihm herüber. „Hey, Sketchy mein Kumpel, was geht ab?“ sagte er. „Ähm, solltest du dich nicht verstecken oder so was?“ entgegnete Sketchy. „Ich verstecke mich in klarer Sichtweite, bleibe unter dem Radar, verstehst du?“ erwiderte Alec. „Hmm, du hast nicht zufällig Asha reinkommen sehen, oder?“ „Nein, hab sie nicht gesehen. Wieso, habt ihr ’ne Verabredung?“ Sketchy zog die Augenbrauen hoch und sah Alec anspielend an. „Nein, nichts in der Art...du weißt schon...hab mich nur gefragt, ob sie hier ist.“ Alec sah Sketchy an und grinste. Er gab Sketchy etwas Geld und sagte, “Weißt du was, ich zahle. Hol das Bier und wir treffen und dann am Tisch, okay?“ „Ich bin nicht der Typ, der ein Freibier ablehnt. Ich bin sofort da,“ antwortete Sketchy grinsend. Er nahm den Bierkrug und startete in Richtung Tisch. Er übersah Clay, der sich über den Billardtisch gebeugt hatte. Clay stieß mit Sketchy zusammen und löste somit aus, dass Sketchy das Bier über Clay kippte. „Mein Bier,“ jammerte Sketchy. Clay packte Sketchy an seinem Hemd. „Ich habe dir gesagt, du sollst aufpassen wo du hinläufst. Jetzt wirst du bezahlen.“ Er stieß Sketchy weg und ergriff einen Billardstock, um ihn als Knüppel zu benutzen. Sketchy packte den Stock, brach ihn über seinem Knie in der Mitte durch und schleuderte ihn zu Boden. „Weißt du, ich hab diese Muskelprotze wie dich echt satt, die so mit mir umspringen, nur weil sie glauben, dass sie es sich erlauben können. Vielleicht machst du mich fertig, aber ich zeige dir das Beste, was ich draufhabe. Gehen wir nach draußen!“ Sketchy drehte sich um, ging durch die Türe und ließ eine fassungslose Menge hinter sich zurück. Clay folgte ihm und dann drängte sich die Menge nach draußen und bildete einen Kreis um die zwei Männer. Alec machte Anstalten einzugreifen, aber Original Cindy packte ihn am Arm und warf ihm einen Blick zu. „Lass ihn das tun, Alec. Für sich selbst.“ Clay und Sketchy umrundeten sich gegenseitig, während um sie herum Wetten geschlossen wurden. Clay stürzte sich auf Sketchy, der schnell mit einem Seitschritt aus dem Weg wich. Wütend kam Clay zurück und führte einen Schlag gegen Sketchys Kopf aus. Sketchy blockte den Schlag und konterte mit einer schnellen Gerade in sein Gesicht, stieß Clay zurück, so dass seine Nase zu bluten begann. Sketchy sah ungläubig auf seine Hand. Abgelenkt, griff Clay an und konnte mehrere Schläge in Sketchys Gesicht landen. Sketchy stieß Clay lässig weg, sprang hoch, packte Clay, zog ihn nach oben und begann auf ihn einzuschlagen, die Bewegungen seiner Hände verschwammen, bis Clay schließlich vor ihm zusammenbrach. Sketchy drehte sich um und starrte auf seine Hände, benommen von dem, was er gerade getan hatte. Dann sprang er triumphierend hoch in die Luft. „Ja!“ schrie er. „Es hat funktioniert.“ Alec packte Sketchys Arm, als die Menge sich um ihn drängte. „Was hat funktioniert?“ schrie Alec über den zunehmenden Lärm hinweg. “Das Zeug, Mann…das Zeug!” sagte Sketchy aufgeregt und übertönte jeden um ihn herum, als sie begannen, sich zurück ins Crash zu schieben. Asha kam genau in dem Moment an, als die Menge begann, sich zu bewegen. Sie wich dem Gemenge aus und steuerte eine ruhige Ecke der Bar an. Alec trat herein. „Hi, Asha,“ sagte er und rauschte an ihr vorbei, sehr zu ihrem Ärger. Er ging zu dem Tisch, an dem sich Original Cindy aufhielt. „OC, erklär mir, was hier vor sich geht. Es ist wichtig.“ „Sketchy hat sich irgendein Super- Zeugs besorgt, und es sieht so aus, als ob es eingeschlagen hat.“ erwiderte Cindy, und deutete auf Sketchy an der Bar, wo ihm jeder Drinks spendierte. Alec hörte mit einem Stirnrunzeln zu, als Original Cindy ihm Bericht erstattete. „Danke, Cindy, ich muss das überprüfen.“ Er ging zurück zu Asha. „Ich hau ab. Willst du, dass ich dich mitnehme?“ „Meinetwegen, Alec.“ seufzte Asha. Sie griff nach ihrer Handtasche und stolzierte aus der Türe, dicht gefolgt von Alec.
Cale Villa Ein kleiner, verbeulter Aztek bog in eine weite, kreisförmige Auffahrt, die hinter einer breiten Hecke verborgen war. Die Auffahrt war von einer gepflegten Rasenfläche und einem weitläufigen Landschaftsgarten mit einem beleuchteten Springbrunnen umschlossen. Die Auffahrt führte an den Gärten vorbei zu einer traditionellen Kolonialvilla, die majestätisch oben auf einem Hügel stand. Strategisch platzierte Flutlichtstrahler betonten die Herrlichkeit des Gebäudes. Der Aztek bahnte sich seinen Weg den Hügel hinauf und rollte vor die Marmortreppe, die zum Eingang der Villa führte. Das Auto schien in dieser Umgebung fehl am Platz zu sein, seine schmutzigen und zerstörte Außenspiegel eine Beleidigung für die unberührte Perfektion des Ortes. Die Türen des Wagens öffneten sich und Max und Logan stiegen aus. Sie hielten einen Moment lang inne und starrten die Villa an. “Wow,” sagte Max und stieß einen Pfiff der Bewunderung aus. „Ich hatte diesen Ort vergessen.“ Logan zuckte unbehaglich mit den Schultern und ging die Stufen zur Tür hinauf. Er hob seine Hand um zu klopfen, dann hielt er inne und wendete sich Max zu. “Danke, dass du heute Abend mitgekommen bist.“ Logan lächelte sacht und sah Max in die Augen. „Keine große Sache,“ grinste Max. „Mir ist nach einer Dosis Cale Lifestyle.“ “Die Belagerung ist aufgehoben worden, also erinnere mich noch mal daran, wieso wie das hier eigentlich machen...“ fragte Logan mit sichtbarer Nervosität. Als Antwort schwang die Tür auf und Margo erschien und ließ ein Tausend Watt Lächeln aufblitzen. „Logan!“ strahlte sie, nahm ihn an der Hand und führte ihn in das Treppenhaus. Max folgte ihnen und betrachtete bewundernd die Architektur. „Tante Margo...“ Logan lächelte zaghaft. „Sieh dir das an. Du kannst wieder gehen. Es ist ein Wunder,“ schoss es aus Margo heraus. „Es gibt keine Wunder,“ sagte Logan realistisch und fing einen besorgten Blick von Max auf. „Tante Margo, du erinnerst dich sicher an Max,“ sagte Logan und ignorierte Max’ Blick. „Aber natürlich.“ Tante Margo wendete sich Max zu, streckte aber nicht ihre Hand aus. „Sie sind so reizend, meine Liebe. Ich wäre nie darauf gekommen, dass Sie eine von diesen...“ Max pflasterte ein strahlendes Lächeln auf ihr eigenes Gesicht. „Es ist eine Freude, Sie wieder zu treffen.“ Margo den Rücken zuwendend warf sie Logan einen verzweifelten Blick zu. „Ich hatte vergessen, wie schön Ihr Zuhause ist,“ sagte sie in den offenen Raum hinein. „Ach, ich danke Ihnen, Liebes.“ strahlte Margo. „Lasst mich euch zu den anderen bringen.“ Sie führte sie zum Esszimmer, wo Bennett und Marianne am Kamin standen und zusammen ein Glas Wein tranken. „Das Abendessen wird in Kürze serviert werden,“ sagte Margo. „Kann ich euch ein Glas Wein anbieten?“ „Für mich nur Wasser,“ antwortete Logan und fing einen weiteren gedankenvollen Blick von Max auf. Margo reichte Logan ein Glas Wasser und Max ein Glas Wein. „Du weißt nicht, wie glücklich ich bin, dich hier zu haben, Logan.“ lächelte Margo. „Es ist so schwierig dich festzunageln.“ „Jonas und ich haben jahrelang versucht, diese zwei dazu zu bewegen sesshaft zu werden.“ Margo sah Logan und Bennett an. Als sie sich zu Marianne und Max umdrehte, um sie anzusehen, lächelte sie mit verbitterter Belustigung. „Wenigstens konnten wir Bennett glücklich verheiratet sehen, bevor ich Jonas verloren habe,” fügte sie etwas traurig hinzu. Logan sah Max einen Moment lang an, dann wanderten seine Augen wieder zu seinem Glas Wasser. Sie fuhr fort, „Ich fürchte, es ist weniger wahrscheinlich, dass Logan sesshaft werden wird. Und jetzt, da er Sie hat, meine Liebe,“ sie wendete sich an Max, „zweifle ich, dass er es je wird.“ „Das ist so ein Schande.“ Max schoss Margo ein strahlendes Lächeln entgegen. „Denn wenn ich erwachsen bin, hoffe ich genauso zu werden wie Sie.“ „Das ist so süß, meine Liebe.“ Margo warf Max einen wohlwollenden Blick zu. „Entschuldigen Sie mich einen Moment,“ sagte Max zuckersüß. „ich muss mir meine Nase pudern gehen.“ Margo wendete ihre Aufmerksamkeit schnell wieder Logan und Bennett zu. „Es ist so schön euch zwei wieder zusammen zu sehen.“ „Mom, es ist nicht so, als ob dies das letzte Mal ist, dass du Logan sieht,“ warf Bennett verlegen ein. „Ich habe ihn nicht gesehen, seit dein Vater gestorben ist,“ wies Margo ihn zurecht. „Also lass mich dankbar sein, dass ich ihn habe, solange ich kann.“ Bennett sah von seiner Mutter zu Logan und runzelte verwirrt die Stirn.
Badezimmer oben, Cale Villa „...breche ihr ihren perfekt zurechtgerückten Hals,“ knurrte Max ihrem Spiegelbild im Spiegel zu, dann zog sie die Tür auf und erkannte Marianne, die in der Tür stand. „Als ihre gesetzliche Verteidigerin empfehle ich Ihnen, Ihre gerade festgestellte Amnestie nicht zu gefährden, indem Sie einen Mord begehen,“ sagte Marianne mit einem toternsten Blick. Beide Frauen brachen in schallendes Gelächter aus.
Sektor 9 Alec raste auf seinem Motorrad durch Sektor 9, mit Asha hinter ihm, die sich festhielt. Er fuhr eine verlassene Seitenstraße hinunter und hielt nahe einer mit Müll gefüllten Gasse an. „Warte hier. Ich bin in fünf Minuten zurück,“ wies er Asha an, dann verschwand er in der Gasse, bevor sie auch nur widersprechen konnte. Asha warf der schon leeren Gasse einen giftigen Blick zu, dann blickte sie auf ihre Uhr, die 21:17 anzeigte und begann ungeduldig mit ihren Fingern auf dem Lenker des Motorrades zu trommeln. Alec bog um eine Ecke der Gasse und erreichte einen versteckten Hof, der genauso voller Müll war wie die Straße. Bei seiner Ankunft tauchten vier Männer, die Straßenkleidung trugen, hinter einem überfüllten Müllcontainer auf. Sie standen in einem Lichtkegel der von einem Fenster einige Stockwerke höher hinunterschien. „Hab gehört, ich könnte hier ein ganz schön starkes Zeug abstauben,“ rief Alec aus den Schatten. „Da bist du hier richtig, Mann,“ rief der größte der vier Gangmitgliedern zurück. „Es wird dich was kosten, aber du wirst hier abhauen, mit dem Gefühl Supermann zu sein.“ „Ich nehm’ ’nen Schuss. Wie viel?“ fragte Alec und trat ins Licht hinaus. „Das macht hundert Mäuse,“ sagte der Maskierte und fischte ein Fläschchen des Zeugs aus seiner Tasche. Er sah zu Alec auf und starrte ihn mit einem erschreckten Gesichtsausdruck an. „Ist noch was?“ fragte Alec vorsichtig und reichte ihm das Geld. „Ist ’ne Freude mit dir Geschäfte zu machen,“ sagte der Maskierte und reichte Alec das Fläschchen. Alec steckte das Fläschchen in seine Tasche und wendete sich zum Gehen, wurde aber plötzlich von einem elektrischen Blitz getroffen, der ein Zucken durch seinen Körper jagte. „Was zum...!“ schrie Alec und sprang auf einen Müllcontainer um dem Elektroschocker zu entkommen, doch zwei andere Männer mit Elektroschockern sprangen aus dem Fenster eines zweiten Stockwerks und landeten auf dem Müllcontainer neben ihm, drehten ihm die Arme auf den Rücken und schickten zwei weitere elektrische Blitze aus, die durch seinen Körper zuckten. Alec strampelte wütend, um seinen Arm freizubekommen. Asha saß auf dem Motorrad, und trommelte noch ungeduldiger mit den Fingern als zuvor. Sie schaute auf ihre Uhr, die 21:27 anzeigte. „Fünf Minuten, ich lach mich tot,“ murmelte sie, als sie die Maschine startete und die Straße hinunterfuhr in der Alec verschwunden war. Asha erreichte den Hof dreißig Sekunden später und sah, wie Alec von den Männern mit Elektroschocks beschossen wurde. Er krümmte sich vor Schmerz, als ihm ein dritter Mann mit einem Baseballschläger auf die Brust schlug. “Hey!” schrie Asha geschockt. Die Männer sahen sie überrascht an und lockerten ihren Griff um Alec für den Bruchteil einer Sekunde und gaben ihm den nötigen Raum, den er brauchte, um zu fliehen. Asha sah ihn nicht über den Hof rennen, sie fühlte nur, wie sein Körper hinter ihr auf dem Motorrad landete. Sie startete die Maschine und hatte schon die Hälfte der Straße hinter sich gelassen, bevor sie ihn überhaupt „Fahr los!“ rufen hörte.
Cale Villa Bennett und Logan gingen in Jonas’ altes Arbeitszimmer. Bennett schritt durch das Büro und hob versonnen Gegenstände auf, die seinem Vater gehört hatten. Er lächelte traurig, als er Jonas’ Brieföffner aufhob. „Den habe ich Dad vor einem Jahr zum Geburtstag geschenkt.“ Er legte den Brieföffner auf den Tisch hinunter und wirbelte herum, um Logan anzusehen. „Warst du hier, an dem Tag an dem mein Vater ermordet wurde?“ Logan, überrascht von Bennetts Temperament, verschränkte die Arme, bevor er antwortete. „Ja, ich war hier. Ich dachte, dass Onkel Jonas mir vielleicht bei einer Geschichte helfen könnte, an der ich gerade dran war.“ „Komisch, wenn du Hilfe brauchst kommst du immer, aber nie, um ein Mitglied der Familie zu sein.“ erwiderte Bennett bitter. „Welche Geschichte...die Hoverdronen? Ich würde gerne wissen, ob du Eyes Only Informationen über meinen Vater zugespielt hast?“ „Wie kommst du darauf?“ fragte Logan vorsichtig. “Spiel keine Spielchen mit mir, Logan. Ich kenne dich. Ich habe mit dir mehr Zeit verbracht, als mit meiner eigenen Familie. Erinnerst du dich, oder macht es dir überhaupt etwas aus? Was hast du Eyes Only zugespielt?“ Bennett ballte die Fäuste an seiner Seite, mit Wut in seiner Stimme. „Und was, wenn ich ihm Informationen zugespielt habe, Bennett. Sechs Männer wurden wegen einem möglichen Profit umgebracht,“ entgegnete Logan. „Also hast du zugelassen, dass mein Vater ermordet wurde.“ Bennett starrte Logan an, sein Gesicht zu einer wütenden Maske verzerrt. „So war es nicht, Bennett,“ antwortete Logan mit leiser Stimme. „Ich hatte keine Ahnung, dass seine Partner so weit gehen würden zu töten.“ „Oh, der große und mächtige Logan Cale hatte nicht beabsichtigt jemanden zu verletzen,“ fauchte Bennett. „Obwohl dich das wohl auch nicht aufgehalten hätte, oder? Zu wissen, dass du jemand verletzt?“ Bennetts Stimme fiel zu einem Flüstern zusammen und er hatte Tränen in seinen Augen, als er seinen Cousin ansah. „Denkst du wirklich....dass ich mich absichtlich auf den Weg gemacht hatte, um Jonas und diese Familie zu verletzen? Das würde ich nie tun.“ „Diese Familie...nicht meine Familie, sondern diese Familie,“ erwiderte Bennett bitter. „Seit wann bist du kein Mitglied dieser Familie mehr, Logan? Du hast dich in deinem Elfenbeinturm niedergelassen, und mit den Schwingen einer Feder Recht gesprochen. Du bist nicht einmal hierher gekommen, um dir das Chaos anzusehen, das du zurückgelassen hast. „Hat es dich gefreut Cale Industries zu Fall zu bringen? Hast du dir überhaupt die Mühe gemacht, zu sehen, was du zurückgelassen hast? Leute, die ihre Arbeit verlieren haben dir nichts ausgemacht, nicht wahr, Logan?“ Bennett begann durch den Raum zu schreiten. „Hey, die Geschichte musste rausgebracht werden und was wäre ein besserer Weg, um der Familie zu schaden...? Du konntest dich von den Schuldgefühlen reich zu sein und zu den Cales zu gehören lossprechen. Komische Sache mit diesem ‚reich sein’, es will einfach nicht aufhören. Egal wie sehr du dich bemühst den vornehmen Penner zu spielen.“ „So ist das nicht,” beharrte Logan. „Hätte ich einfach nur da sitzen sollen, während Killerdrohnen eingesetzt wurden? Die Leute haben jetzt schon so viel Freiheit verloren.“ „Das hat es für dich also okay gemacht Richter zu werden, Jury und Vollstrecker. Er war mein Vater und dein Onkel. Logan, hast du überhaupt eine Träne vergossen? Warte...Oh, du bist Logan Cale, du stehst über alldem. Bei dir gibt es keine gefühlsmäßigen Bindungen. Du hast bei der Beerdigung deiner Mutter nicht geweint. Und wieder einmal lässt Logan Cale die Gefühlsduselei hinter sich.“ „Lass meine Mutter da raus!“ erwiderte Logan wütend. Er ging hinüber zu der Stelle, an der Bennett stand. „Ich musste tun, was ich getan habe, es war wichtig.“ „Nichts ist so wichtig, dass man dafür seine eigene Familie hintergehen würde.“ Bennett sah Logan an. In diesem Moment wurde die Familienähnlichkeit unheimlich. „Du begreifst es immer noch nicht. Rechtfertigungen bis zum Schluss, es geht immer noch allein um deinen verdammten Stolz.“ Bennett verließ den Raum und ließ Logan zurück, seinen abgewandten Rücken anstarrend.
Ashas Apartment “Von allen dummen und idiotischen Dingen, die du hättest du können!” schrie Alec Asha an, als sie den Gang zu ihrem Apartment hinunterstampften. „Geh nie alleine in eine Gasse!“ “Ich bin dumm?” schrie Asha zurück. „Du bist derjenige, der seine eigenen Regeln nicht einhalten kann!“ Asha griff mit ihrer Hand in die Tasche und tastete nach dem Schlüssel. „Sieh mal, ich habe nur versucht...“ sagte Alec müde, als er sich gegen die Wand neben Asha lehnte. „Was?“ fragte Asha, als sie den Schlüssel ins Schloss steckte. „Das schnelle Geld machen?“ Sie drückte gegen die Tür, aber sie ging nicht auf. „Mal wieder bescheißen?“ Sie gab der Tür einen Tritt und versuchte es wieder mit dem Schlüssel. „Ich habe ja schon egozentrische, verantwortungslose Leute getroffen, aber du bist der Schlimmste. Du rennst von einem Betrug zum nächsten und bist mehr an schnellem Schmiergeld interessiert, als den Leuten um dich herum zu helfen. Ist dir nicht klar, dass das Leben mehr als nur Spaß und Spiel ist?“ Sie drückte wieder gegen die Tür, und die Tür flog auf. Sie trat in das Apartment und machte das Licht an. Wütend darüber, dass Alec nicht antwortete, drehte sie sich um, um ihn erneut herauszufordern. “Hast du nichts zu deiner Verteidigung zu...“ Sie hielt mitten im Satz inne, als sie Alec erblickte. Er rutschte langsam an der Wand hinunter, fast nicht mehr bei Bewusstsein. Er hatte die Arme gegen seine Brust gedrückt, als ob er verzweifelt versuchen würde sich zusammenzuhalten. „Hey...“ sagte Asha leise, Besorgnis ersetzte den Ärger vollkommen, der noch vor einer Sekunde in ihrer Stimme gewesen war. „Kann nicht atmen...“ keuchte Alec. Seine Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. “Kannst du versuchen es nach drinnen zu schaffen?” fragte Asha und legte ihren Arm um Alec. Als er nickte, führte sie ihn in das Apartment und half ihm sich auf das Sofa zu setzen. Sie legte einige Kissen gegen die Lehne. „Kannst du dich ein Stück zurücklehnen?“ ermutigte sie Alec, der sich nach vorne gebeugt hatte und sich seine Brust hielt. „Dann wird es leichter zu atmen.“ Mit einer Grimasse der Schmerzes kam Alec ihren Anweisungen nach. Er schwang seine Beine auf das Sofa und lehnte sich zurück in eine halbsitzende Position. Er atmete flach ein, seine Arme noch immer schützend auf seine Brust gelegt. „Besser?“ fragte Asha sanft. Alec nickte. Er schloss seine Augen und atmete erneut ein. “Du hast dir einen direkten Schlag in die Rippen eingehandelt. Wahrscheinlich sind ein paar gebrochen. Ich habe Angst, dass du dir vielleicht eine Lunge verletzt hast,“ sagte Asha besorgt. Durch die Eindringlichkeit von Ashas Stimme öffnete Alec die Augen. „Hey!“ sagte er etwas kräftiger, eine Grimasse schneidend. „Es geht mir gut. Keine verletzten Lungen.“ Dann erschien die Andeutung eines Grinsens in seinen Mundwinkeln. „Wenn das der Fall wäre, würden wir nicht hier sitzen und dieses nette Gespräch führen.“ Asha konnte das Lächeln, das um ihre eigenen Mundwinkel spielte nicht zurückhalten. „Ruh dich etwas aus,“ sagte sie und rollte in spöttischer Entrüstung mit den Augen. „Ich glaube, ich befolge deinen Rat,“ gab Alec zurück, schloss seine Augen und zuckte erneut zusammen. Asha zog einen zerfetzten, alten Lehnstuhl hoch, setzte sich hinein und zog die Knie an die Brust. Sie beobachtete, wie er atmete, bis er einschlief.
Terminal City, Grenzumzäunung – spät nachts Max ging langsam, gedankenversunken in Richtung der Zentrale, als sie ein lautes Klirren hörte. Sie drehte sich zu dem Geräusch hin und sah eine Gruppe von vier oder fünf Kindern, die versuchten, über eine der Grenzumzäunungen nach Terminal City zu klettern. Sie mussten etwa vierzehn oder fünfzehn Jahre alt sein, alt genug, um eine Mutprobe zu machen, aber nicht alt genug um zu wissen, wann es eine Dummheit ist. Max begann auf die Kinder zuzugehen, gerade, als zwei Transgenetische, die Waffen trugen, aus dem Nichts auftauchten. Wie es aussah, waren diese Transgenetischen keine der grausamsten. Einer war von der Polardivision und ein anderer war ein X5, aber für die Kinder waren sie furchteinflößend. „Hört damit auf, oder wir holen euch da runter! Lasst euch auf den Boden fallen, mit erhobenen Händen. Sofort!“ sagte der Polarsoldat. „Colin, gib der Zentrale Bescheid, dass es einen Einbruch in die gesicherte Zone gibt.“ „Ja, Sir,” antwortete Colin, der gerade gehen wollte, als Max herbeischlenderte. „Was ist los, Jungs?“ fragte Max und sah auf die Kinder auf dem Boden vor den Soldaten. „Ma’am, wir haben diese Eindringlinge beim Einbrechen in die Basis erwischt. Ich wollte gerade die Zentrale informieren,“ antwortete Colin. „Sieht aus, als ob die Zentrale informiert ist,“ sagte Max. Sie deutete auf die Kinder und sagte, “Steht auf.“ Die Kinder standen auf und drückten sich auf der Suche nach Schutz aneinander. „Dave, ich habe dir gesagt, dass es eine schlechte Idee ist,“ sagte eines der Mädchen. „Wer von euch ist Dave?“ fragte Max nach. „Bist du der Anführer der Gruppe?“ Ein Kind trat nach vorne. „Ich bin Dave und, ja, wir gehören zusammen,“ sagte er mit einem Übermaß an Tapferkeit. Max sah ihn lobend an und stütze die Hände in die Hüften. Sie neigte ihren Kopf zur Seite und sagte, “Wie kommt ihr dazu, zu versuchen hier einzubrechen? Habt ihr nicht gehört, dass wir Killer und Babyräuber sind? Ist es nicht so, Colin, Mickey?“ Sie drehte sich zu ihnen um, und zwinkerte ihnen kurz zu. „Ja, Ma’am. Das stimmt. Wir dachten, dass wir sie Mole geben könnten, nachdem wir mit unserem Verhör fertig sind,“ sagte Mickey, ein Grinsen verbergend. „Das könnt ihr nicht machen...wir wissen gar nichts...es war nur eine Mutprobe...bitte.“ Ein paar der Kinder begannen zu weinen, dann fragten sie mit zitternden Stimmen, “Wer ist Mole?“ „Ich bin Schuld,“ warf Dave ein. „Ich habe ihnen gesagt, dass sie mit mir kommen sollen. Lasst sie gehen. Ich alleine wollte diese Transgenetischen sehen. Sie sind nur gekommen, weil sie meine Crew sind.“ „Und, Dave, gefällt dir, was du siehst?“ fragte Max. „Ich weiß nicht, ich habe noch gar nichts gesehen.“ „Also...du willst einen Transgenetischen in Aktion sehen, stimmt’s? Greif mich an, Dave.“ sagte Max. „Aber du bist ein Mädchen...“ Noch bevor er seinen Satz beendet hatte, schimmerte Max hinter ihn, packte ihn am Genick und schüttelte ihn. „Du wolltest einen Transgenetischen in Aktion...“ Max ließ ihn los, dann sagte sie, “Renn weg! Los!“ Dave startete und rannte auf das Tor zu. Er erreichte das Tor und begann hinüberzuklettern. Max beobachtete ihn, bis er oben angekommen war. Dann rannte sie ihm nach und sprang mit Leichtigkeit über den vier Meter hohen Zaun. Als sie elegant landete, holte sie ihn ein, als er den Boden erreichte. „Wohin so schnell, Kleiner?“ Dave schaute geschockt, als Max ihn umdrehte, und mit ihm zurück durch das Tor zu der kleinen Gruppe ging. Die anderen Kinder hatten große Augen bekommen und waren fassungslos. Sie fingen an zu untereinander zu tuscheln, mit echter Angst in ihren Augen. „Das hier ist kein Spiel. Ihr hättet euch selbst umbringen können, indem ihr hierher gekommen seid,“ sagte Max zu der Gruppe. „Die Dinge, die in diesem Moment geschehen, sind real. Wir wollen keinen verletzten, aber Unfälle können geschehen...ich werde euch laufen lassen, aber kommt nicht zurück...bis ihr dazu eingeladen werdet. Oh, und noch was...nur damit ihr nicht denkt, dass ich euch ungestraft davonkommen lasse... „Colin, Mickey, nehmt sie mit und übergebt sie an Commander Clemente. Sie sind nach der Ausgangssperre draußen.“ Max ging weg und schüttelte den Kopf.
Crash Sketchy stand an der Bar. “Habt ihr gesehen, wie ich diesen Typen fertiggemacht habe? Es war so cool, Mann.“ Sketchy begann an der Bar gegen Schatten zu boxen. „Links, rechts...wham, er lag unten, bevor er auch nur einen Schlag landen konnte. „Mehr Bier, Jake.“ rief er dem Barmann zu. „Na klar, Sketchy.“ sagte Jake. „Meinst du nicht, du solltest einen Gang runterschalten? Du hast schon ne ganz schöne Rechnung zusammen.“ „Nein, Mann, mir geht’s klasse, ich spüre nichts. Ich bin cool...es ist, als ob ich ein Shaolin Meister war. Ich konnte alles sehen, aber nichts konnte mir etwas anhaben.“ Er hob seinen linken Fuß und hielt ihn, dann begann er seine Arme zu bewegen, in der besten Imitation eines Kung Fu Meisters, mit der er dienen konnte. „Cooool.“ sagte Sky betrunken. „Dasssch war ja so coool, Mann. Wie hast du das gemacht?“ „Idiot, bring ihn nicht auf dumme Gedanken. Er wird sofort wieder anfangen mit seinem Kung Fu Gehampel. Und dass muss Original Cindy wirklich kein zweites Mal sehen.“ Sie zuckte mit den Schultern und nahm einen Schluck Bier. Sketchy drehte sich einfach zurück zur Bar und begann seine Geschichte von vorne zu erzählen.
>> AKT IV |
||